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Spielgeld-Falle (Schweden):

Warum Sie nach einem Erfolg plötzlich alles riskieren

Gewinne tricksen Ihr Gehirn aus - und gefährden Ihr Depot.

Stellen Sie sich vor, Sie sitzen im Casino. Sie setzen zehn Euro und gewinnen hundert. Plötzlich fühlt sich dieses Geld anders an. Es ist nicht mehr Ihr hart erspartes Geld. Genau hier schnappt die Falle zu. Forscher nennen das den "House-Money-Effekt".

Er sorgt dafür, dass Sie mit Gewinnen viel lockerer umgehen als mit Ihrem Lohn. In Ihrem Aktiendepot passiert genau das Gleiche. Wenn die Kurse steigen, schalten viele Anleger den Verstand aus. Sie fühlen sich unbesiegbar. Das führt dazu, dass sie unnötige Wagnisse eingehen.

Die Wissenschaftler Massimo MASSA und Andrei SIMONOV wollten wissen, wie tief dieser Fehler sitzt. Sie wollten sehen, wie sich das Risiko im Depot ändert, wenn das Vermögen an anderer Stelle wächst.
Sie schauten sich dafür nicht nur ein paar Depots an, sondern nutzten riesige Datensätze der schwedischen Behörden über mehrere Jahre. Sie verglichen die Gewinne aus Aktien und Immobilien mit den neuen Käufen der Anleger. Dabei suchten sie gezielt nach Mustern, wie Gewinne in einer Anlageklasse das Risiko in einer anderen Klasse steigern. Sie filterten dabei alle anderen Einflüsse wie Alter oder Bildung sauber heraus.

Die Ergebnisse sind ein echter Augenöffner. Wenn das Haus im Wert steigt, kaufen die Leute riskantere Aktien. Es ist, als ob das Gehirn sagt: "Wir haben ja schon gewonnen, jetzt können wir zocken!" Das ist brandgefährlich. Wer so denkt, vergisst die Sicherheit. Er schichtet Geld von soliden Werten in spekulative Papiere um. Das passiert völlig unbewusst. Der Gewinn wirkt wie eine Droge. Er macht mutig, aber auch blind für Gefahren.

Besonders spannend: Dieser Effekt ist stärker als die Angst vor Verlusten. Viele glauben, Anleger seien vor allem vorsichtig. Doch die Studie zeigt das Gegenteil. Ein sattes Plus auf dem Konto ist der größte Treiber für riskante Wetten. Das Depot wird dann zum Spielplatz. Man kauft Dinge, die man sonst nie angefasst hätte. Das Ziel ist nicht mehr der langfristige Aufbau. Es geht um den schnellen Kick mit dem vermeintlichen Gratis-Geld.

Doch Geld hat kein Gedächtnis. Ein Euro Gewinn ist genau so viel wert wie ein Euro vom Lohn. Wer das trennt, begeht einen Denkfehler. Und dieser Fehler kostet am Ende bares Geld. Oft schmilzt der Gewinn schneller dahin, als er gekommen ist. Man baut ein Klumpenrisiko auf und wenn der Markt dreht, trifft es das Depot doppelt hart. Erst kommen die Verluste, dann schmerzt die Erkenntnis.

Fazit: Gewinne verändern Ihre Risikowahrnehmung massiv. Betrachten Sie jeden Euro in Ihrem Depot als Ihr eigenes, wertvolles Kapital. Trennen Sie niemals zwischen Ihrem hart verdienten Erwerbseinkommen und Geld, das Sie passiv durch Aktien verdient haben. Nur wer diszipliniert bleibt, wenn es gut läuft, schützt sein Vermögen dauerhaft vor dummen Fehlern.